Blogs & Sites – eLearning, Studenten und Social Networks
Es ist wohl über 20 Jahre her, da fand ich unter den ganzen 3,5″ Disketten für unseren Amiga 500 Computer erstmals ein Spiel, das sich nur als Spiel tarnte. Eigentlich war es ein Englisch Lernprogramm plus Achievements. Es war ein digitaler Schwarz-Weiß Superman Comic, der einem eine Geschichte erzählte, wenn man die nötigen Aufgaben per Multiple Choice oder Lückentext löste. Damals gab es kaum übersetzte oder lokalisierte Spiele und meine Kenntnisse (in der Schule hatte ich noch keinen Englisch Unterricht) reichten durch Trial & Error Verfahren immerhin dazu aus, das Programm ein Dutzend Comics weiter zu spielen und später konnte ich u.a. durch andere englische Spiele mit guten Noten in der Fremdsprache beginnen.
Sinnvolles Lernen durch Spielen ist für mich von dem Tag an bewiesen worden. Allerdings machen es viele Vokabeltrainer falsch, wie ich bei einigen Enttäuschungen vor 4-5 Jahren für Italienisch und Spanisch merkte. Meistens stammt die Software von klassischen Verlagen, die lediglich versuchen, ihr Lehrbuch in eine Software zu stopfen. Inzwischen mag das etwas anders sein. Im Web halte ich den TOGGOLINO CLUB für ein gutes web-basiertes Beispiel für Kinder und Code Year für Erwachsene, aber im Bereich Social Games habe ich bislang kaum Ansätze für gutes eLearning + Gaming gesehen.
Brain Buddies vom deutschen Entwickler Wooga trainiert zwar gewisse geistige Fähigkeiten, was sehr löblich ist, aber da geht doch noch mehr.
Digitale Lernprogramme
Google präsentiert jetzt A Google a Day (Beta) für Google+, dort werden einem pro Tag einige Fragen im Stil von Spiel des Wissens oder Trivial Pursuit gestellt, die man mit Hilfe der Suchmaschine möglichst schnell lösen soll, um dafür Punkte und Abzeichen zu bekommen. Mit Freunden kann man Challenges vereinbaren.
Hier das offizielle Video dazu:
Meine Spielerfahrung (trotz Fragen für den US Markt) war durchaus positiv. Ich habe mich eine halbe Stunde damit beschäftigt und es bis zur Bonusfrage geschafft. Ich bekam ein paar bunte Badges und Punkte, wie bei foursquare und konnte mich mit anderen Leuten aus meinen Circles vergleichen.
Ich mag dem Targeting von ähnlichen Projekten total entgangen sein, aber es ist schade, dass ich erst jetzt von so einem Social Game erfahre. Ähnliches könnte man mit so vielen Dingen machen, die einem beim Lernen helfen. Anscheinend schottet man sich aber noch sehr in seiner eigenen Domain ab.
Warum muss ich überhaupt Freunde challengen? Warum bekomme ich in einem Spiel nicht durch kooperative Lernleistungen neue Level freigeschaltet?
Digitale Lernbotschafter
Womöglich zählt dieses neue Google+ Angebot aber auch zu einer größeren Offensive von Google. Allgemein scheint man sich derzeit vor allem um Schüler und Studenten zu bemühen. Diese Stellenanzeige für Google+ Community Manager zeigt, dass man Nutzernetzwerke an den Universitäten gewinnen will.
Wenn man bedenkt, wie Facebook (Stichwort: Students Only) und die VZ Netzwerke (Stichwort: Campus Captains) groß geworden sind, ist die Strategie verständlich. Facebook behält Schüler und Studenten weiterhin im Auge, denn sie sichern dem Social Network langfristig die einzige Quelle stetig neuer Nutzer.
Durch Google Hangouts oder die Facebook Groups for Students können neben Networking und Freundschaften auch effizientere Ergebnisse für Hausarbeiten und Projekte erzielt werden.
Digitale Schulhefte
Gern hätte ich den Education Spot von Apple an dieser Stelle eingebunden, der leider wieder auf privat steht. In dem Spot wurde sinngemäß ungefähr beschrieben, dass man iPads künftig statt einem Berg an Schulheften und Lehrbüchern nutzen könnte. Bildung ist für Unternehmen die unseren digitalen Alltag erleichtern ein Milliardengeschäft und sie werden uns Nutzern in der Zukunft noch viel mehr Möglichkeiten aufzeigen als bisher.
Linktipp: 10 Infographics for Learning
Über Hendrik Harbeck
Hendrik hat über viele Jahre berufliche Erfahrungen im Social Media Bereich gesammelt. Aktuell ist er als Account Director & Head of Social Media bei indigo pearl in Hamburg tätig. Zuvor war er in leitenden Positionen bei den Agenturen fischerAppelt und Scholz & Friends.
Danke für deine Empfehlung
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