Wertvoll – Die Shitstorms des Jahres 2011
Auf t3n.de wurde ein Artikel über die vergangenen Shitstorms des letzten Jahres geschrieben – lesenswert. Die Cases sind relativ ausführlich dargestellt. Nur einen in Form der “schwarz-gelben Karte” kannte ich nicht direkt. Dafür fällt mir gerade noch einer oder zwei ein, die hätten drin sein können.
In dem Artikel von Falk Hedemann wird letztlich die Frage gestellt, ob die Shitstorms denn wirklich langfristige Folgen haben. Ich hatte mir die gleiche Frage vor einigen Monaten gestellt. Nach dem bekannten KitKat vs. Greenpeace Fall aus dem Jahr 2010, hatte ich den Fall intern mit einem Kollegen beispielhaft nach einem Jahr rückwirkend untersucht und festgestellt, dass das Produkt längst nicht von der Bildfläche gewischt wurde. Befragte Personen kannten den Palmöl Skandal extrem selten. Trotzdem sah man besonders auf Facebook noch monatelange kleine Spitzen gegen Nestlé, begleitet von zurückhaltender Kommunikation und deutlichen Rückständen bei der Fananzahl, wenn man Kit Kat mit anderen ähnlichen Snack Fanpages verglich.
Mit ein paar schnelleren Entscheidungen in den ersten Tagen hätte man sich zumindest über die Folgezeit besser aufstellen können, denn nach einigen Monaten gab Nestlé gegenüber Greenpeace Anhängern mehr und mehr nach.
In anderen Fällen haben Unternehmen eher eine Art “Party-Shitstorm” erlebt, dazu rechne ich Prils Cover Wettbewerb mit dem ”Hähnchengeschmack” Teilnehmer. Da die ganze Angelegenheit nicht so richtig ernst zu nehmen war und auch nicht von einem schädlichen Produkt handelte, denke ich, dass Pril im Endeffekt gut dabei weg gekommen ist und die zusätzliche Aufmerksamkeit langfristig nicht schädlich, sondern eher leicht positiv war.
Die wenigen ernsten Shitstorms sind in der Tat meist kein Verschulden von Fanpage Betreuern. Der Ursprung liegt meistens bei Produktmängeln oder, wie im Fall des Adidas Sponsorings, bei Aufregern durch Zulieferer, Veranstalter oder sonstige Beteiligte. Verhindern lässt sich die Empörung meistens nicht, allerdings verstärkt sich die Empörung unnötigerweise, wenn man wenig diplomatisch reagiert.
Wenn man selbst nichts machen kann, ist es nicht das Schlechteste zu antworten: “Wir nehmen die Sache sehr ernst und prüfen jeden Fall ganz genau.” / “Wir setzen uns mit XY direkt in Verbindung, um der Sache auf den Grund zu gehen.” – ein vorläufig gutes Beispiel habe ich dafür seitens O2 bei “Wir sind Einzelfall” gesehen. Die Konkurrenz hat die Klatsche trotzdem für sich ausnutzen können. (Siehe Werbebanner auf der linken Seite vom Blog, natürlich nur bei abgeschaltetem AdBlock sichtbar.)
Über Hendrik Harbeck
Hendrik hat über viele Jahre berufliche Erfahrungen im Social Media Bereich gesammelt. Aktuell ist er als Account Director & Head of Social Media bei indigo pearl in Hamburg tätig. Zuvor war er in leitenden Positionen bei den Agenturen fischerAppelt und Scholz & Friends.
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