Facebook – Applaus für den Goldenen Fuchs
Nach der Spee Schwarzjagd im April hätte ich niemals gedacht, dass man in Sachen Aufwand und Tiefgang beim gleichen Produkt nochmal einen ähnlich kniffligen Nachfolger draufsetzen würde. Der Aufwand muss nicht nur für die beteiligten Agentur Mitarbeiter, sondern auch für die Teilnehmer extrem sein.
Auf “Die Jagd nach dem Goldenen Fuchs” wird man durch eine mindestens vier Motive umfassende Facebook Ad Kampagne geschickt.
Alle Texte und Motive sind unterschiedlich, es mag sein, dass alle 4 Motive nochmals mit allen 4 Texten geschaltet sind, um die beste Conversion aus 16 Möglichkeiten heraus zu arbeiten. Die Arbeit, das zu überprüfen habe ich mir gespart, aber sinnvoll wäre es.
Beim Klick auf die Ads kommt man zum animierten Spee Start Tab, der mich ein wenig an meinen Beitrag über Motion Poster erinnert.
Über einen weiteren Klick kommt man zur ebenfalls teilweise animierten Vorgeschichte und landet schließlich beim Menü für 6 knackige Rätselepisoden rund um einen Diebstahl, den man aufzudecken versucht.

Spee Goldener Fuchs Rätsel (dies ist nur eine Spur von vielen, die einen zu anderen Pages mit noch mehr Hinweisen führen).
Wenn ich sage knackig, dann meine ich:
- Weit über alles hinaus, was man sonst so an durchschnittlichen Facebook Schwierigkeitsgraden kennt.
- 10/10 Punkten für Aufwand, den man sich machen muss um auch nur einen Schritt weiter zu kommen.
- Mit Liebe zum Detail geplante Spuren, die sich über die App hinaus auf andere Facebook Profile und Fanpages verteilen. Bei der Schwarzjagd wurde man sogar zusätzlich zu Profilen außerhalb von Facebook geschickt.
- Ein Betreuungsaufwand für das Community Management, der sich gewaschen hat. Die Charakter Profile (mutig, sie überhaupt einzurichten) antworten mehrmals in kurzer Zeit auf Posts von mitspielenden Fans.
Spee konnte damit viele Rätselfans anlocken. Die Pinnwand beherbergt angeregte Diskussionen zwischen den Fans, die sich bei den Rätseln helfen. Der Marke gelingt es soziale Interaktion zu fördern, damit sich Fans stundenlang mit der Marke zu beschäftigen. Die Aktion dauert nicht ohne Grund ein paar Wochen. Es spricht auch nichts dagegen, sich in der Nische der sehr anspruchsvollen Aktionen einen Namen zu machen.
Ich bewundere das alles, es ist kreativ und liebevoll gestaltet. Das Rätsel hebt sich von der Masse ab. Die Aktion tritt dem Problem entgegen, nur auf die seichte Tour schnell viele Fans zu generieren. Andererseits gibt es meiner Meinung nach eine ganze Menge schlauer Leute, die sich gern fordern lassen, aber diese App ist dann doch einen ganzen Tick zu viel des Guten und schöpft, gemessen am finanziellen Aufwand, dadurch wahrscheinlich nicht genug Aufmerksamkeit ab, weil die meisten Nutzer in der ersten Episode aufgeben.
Es gibt aber auch andere sehr teure Aktionen, die viel weniger für ihre Marken eingebracht haben.
Über Hendrik Harbeck
Hendrik hat über viele Jahre berufliche Erfahrungen im Social Media Bereich gesammelt. Aktuell ist er als Account Director & Head of Social Media bei indigo pearl in Hamburg tätig. Zuvor war er in leitenden Positionen bei den Agenturen fischerAppelt und Scholz & Friends.
Danke für deine Empfehlung
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